Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung ist im Sozialgesetzbuch III geregelt. Bekannt ist, dass Versicherte, die beschäftigungslos werden, Arbeitslosengeld erhalten. Weniger bekannt ist, dass es auch Leistungen für Auszubildende in Form von Ausbildungsbeihilfe, für Selbstständige in Form eines Gründungszuschusses oder Insolvenzgeld für Arbeitnehmer geben kann. Auch Arbeitgeber haben einen Anspruch auf Vermittlung von Bewerbern oder können für die Beschäftigung bestimmter Personen Zuschüsse erhalten.

Die Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III hat nichts mit dem steuerfinanzierten Arbeitslosengeld II (auch Hartz IV genannt) zu tun.

Das Arbeitslosengeld I beträgt rund 60 % bzw. 67 % (wenn Kinder vorhanden sind) des durchschnittlichen Nettoentgeltes der letzten 52 Wochen. Abfindungen werden grundsätzlich nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Nur wenn Sie z.B. durch Abschluss eines Aufhebungsvertrages ihre Kündigungsfrist verkürzen und gleichzeitig eine Abfindung erhalten, kann es zu finanziellen Nachteilen kommen.

Häufige Streitpunkte sind die Verhängung von Sperrzeiten und die Nichtgewährung von beantragten Zuschüssen. Probleme treten auch dann auf, wenn während des Bezuges von Arbeitslosengeld die Steuerklasse von Eheleuten geändert wird. Seit dem Jahr 2006 ist es auch möglich, dass sich Selbstständige, Pflegepersonen (Personen, die ihre Angehörigen pflegen) und Beschäftigte im Ausland freiwillig versichern können. Ein entsprechender Antrag muss jedoch innerhalb eines Monats ab Aufnahme der Beschäftigung gestellt werden.

Wichtige Hinweise zum Arbeitslosengeld

Damit Sie Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht gefährden, müssen Sie schon frühzeitig einige wichtige Dinge beachten:

Meldung beim Arbeitsamt

Das Gesetz schreibt bereits seit mehreren Jahren vor, dass Personen, deren Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis endet, verpflichtet sind, sich spätestens drei Monate vor der Beendigung arbeitsuchend melden müssen. Liegen zwischen Kenntnis und tatsächlicher Beendigung weniger als drei Monate, hat die Meldung sogar innerhalb von drei Tagen zu erfolgen. Versäumen Sie diese Frist, sieht das Gesetz eine Sperrzeit von einer Woche vor.

Sperrzeiten

Wenn Sie Ihr Arbeitsverhältnis selbst kündigen oder einen Aufhebungsvertrag schließen, ohne dafür einen wichtigen Grund zu haben, wird Ihnen eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen auferlegt. In dieser Zeit erhalten Sie dann kein Arbeitslosengeld. Gleiches gilt, wenn Sie fristlos entlassen werden oder verhaltensbedingte Gründe den Ausschlag für eine Kündigung gaben. 
Vor Abschluss eines Aufhebungsvertrages, insbesondere wenn Ihnen ein solcher vom Arbeitgeber angeboten wird, sollten Sie daher anwaltlichen Rat einholen. Es können Ihnen dann Alternativen aufgezeigt werden. Auch in Fällen, in denen Sie z. B. aus krankheitsbedingten Gründen Ihre Arbeitsstelle aufgeben wollen oder der Arbeitgeber mit der Lohnzahlung im Rückstand ist, sollten Sie sich vorab anwaltlich beraten lassen. 
In jedem Fall besteht Handlungsbedarf, wenn Ihnen ohne wichtigen Grund eine fristlose oder verhaltensbedingte Kündigung ausgesprochen wird! Nicht nur zur Vermeidung unnötiger Sperrzeiten werden Sie auch die Kündigung angreifen müssen.