Krankenversicherung und Pflegeversicherung

Krankenversicherung

Die Krankenversicherung gehört zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt. Ein Großteil aller Arbeitnehmer ist gesetzlich pflichtversichert. Selbstständige, Beamte und Arbeitnehmer mit hohem Einkommen müssen sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz selbst kümmern. Der Zugang zu einer gesetzlichen Krankenkasse (z.B. AOK, IKK, BKK) hängt von verschiedenen Bedingungen ab und ist nur innerhalb bestimmter Fristen möglich.

Der Status eines Beschäftigten, d.h. die Frage, ob es sich um einen Arbeitnehmer, eine arbeitnehmerähnliche Person oder um einen Selbstständigen handelt, ist entscheidend dafür, ob Sozialversicherungspflicht besteht und Beiträge zu zahlen sind. Egal ist, welche Überschrift der Vertrag trägt (Arbeitsvertrag, Freier-Mitarbeiter-Vertrag oder Angestellter -Geschäftsführer-Vertrag). Entscheidend ist nur, wie das Beschäftigungsverhältnis tatsächlich ausgestaltet und durchgeführt wird. Geschäftsführer, die auch Gesellschafter sind, versuchen nicht selten durch geänderte Verträge oder die Übertragung von Gesellschafteranteilen vergeblich, in den Genuss von Sozialleistungen zu kommen oder umgekehrt, sich der Sozialversicherungspflicht zu entziehen.

Sie sollten sich in jedem Fall mit Beginn des Vertragsverhältnisses oder bei einer Änderung beraten lassen.

Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist im Sozialgesetzbuch XI geregelt. Nach Beantragung einer Pflegestufe beurteilt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) den Pflegeaufwand für die Grundpflege und die Hauswirtschaft in einem Pflegegutachten. Nur die im Gesetz benannten Verrichtungen wie Baden, Ankleiden etc. werden minutengenau erfasst. Weitere notwendige Betreuungsmaßnahmen (allgemeine Beaufsichtigung oder Beschäftigung) bleiben unberücksichtigt. Grundlage bilden die „Pflegerichtlinien“ und nicht der tatsächliche von den Angehörigen benötigte Zeitaufwand.

Wird die beantragte Pflegestufe abgelehnt, sollten Sie Widerspruch einlegen und Rechtsrat einholen. Anhand des Pflegegutachtens, welches erst bei der Pflegekasse angefordert werden muss, kann eingeschätzt werden, ob die Ablehnung zu Recht erfolgte.

Es empfiehlt sich, Ihnen ein Pflegetagebuch zu führen, in welchem genau aufgeschrieben wird, wie oft, wie lange und wobei der zu pflegende Angehörige unterstützt wird. Dieses erleichtert die Beurteilung und ist auch im Widerspruchs- oder Klageverfahren hilfreich.